The Fish
Ein Fisch schwimmt im Aquarium.
Er schwimmt hin und her
und denkt sich:
Ich möchte gar kein Fisch sein, sondern
lieber ein flotter Mann auf de Straße.
Er wünscht sich den ganzen Tag....
er wäre ein Mann, der auf Londons Straßen spaziert.
Aber leider sind wir hier auf der Erde
und nicht in einem Wunschkonzert.
Aber manchmal soll Wunschdenken ja helfen.
Und so stellte er sich vor, wie er mit Melone und Spazierstock
die Downing Street in London herunter wandelt.
Er stellte es sich den ganzen Tag lang vor -
und er stellte es sich jeden Abend vor - kurz nachdem er die
Abendnachrichten gesehen hat - und kurz bevor er das Licht
in seinem Aquarium ausschaltet.
So träumt er sehr häufig des Nachts.....
dass er draußen auf der Straße spazieren geht.
Er sieht sich dort gehen - auf zwei Beinen -
in schicker Kleidung - mit einem kleinen Schnäuzer
unter seiner Nase.
Und wie er sich das alles ganz plastisch tagsüber vorstellt -
und nachts träumt....
so wacht er eines morgens auf
und sieht sein Konterfei im spiegelnden Glas seines Aquariums....
Und da hat er doch glatt einen Schnäuzer im Gesicht.
Er schaut und staunt. Ein Fisch mit Bart....
Wunschdenken scheint doch zu helfen.
Zumindest im Ansatz......
Leider blieb er ein Fisch im Aquarium.
Nur mit Schnäuzer eben.......
Zur Diamanthochzeit....
Es strahlt so hell der Diamant
der 60 Jahre nun euch schon verband
Die Diamanten aber sind grad aus,
deswegen kommt die Post ins Haus.
Die Creme ist gut für Damenhaut,
bringt Glitzer wie Juwelen der Braut.
Die Paste pflegt des Mannes Zähne,
macht glatt sie ohne Hobelspäne.
Nun funkeln selber Braut und Bräuter
wie Diamanten 60er Karäter.
der 60 Jahre nun euch schon verband
Die Diamanten aber sind grad aus,
deswegen kommt die Post ins Haus.
Die Creme ist gut für Damenhaut,
bringt Glitzer wie Juwelen der Braut.
Die Paste pflegt des Mannes Zähne,
macht glatt sie ohne Hobelspäne.
Nun funkeln selber Braut und Bräuter
wie Diamanten 60er Karäter.
***
Wie goldene Fäden fließt sie
oder besser wie goldene Wellen
wenn die Sonne aufs Meer trifft
so glitzernd und funkelnd
so fein und nicht greifbar
nur sichtbar wenn man fein hinsieht
nur fühlbar wenn man still wird.
Sie bedeutet Freude
ein Gottesgeschenk
man kann sie nicht machen
nur empfangen
man wird dazu auserwählt
man kann nicht entkommen
Man ist reif.
Dann hängt man fest
muss alles erdulden
Freuden wie Leid
eine Gewissheit....
oder besser wie goldene Wellen
wenn die Sonne aufs Meer trifft
so glitzernd und funkelnd
so fein und nicht greifbar
nur sichtbar wenn man fein hinsieht
nur fühlbar wenn man still wird.
Sie bedeutet Freude
ein Gottesgeschenk
man kann sie nicht machen
nur empfangen
man wird dazu auserwählt
man kann nicht entkommen
Man ist reif.
Dann hängt man fest
muss alles erdulden
Freuden wie Leid
eine Gewissheit....
Seelenfehlen
Die Felle schwimmen dir davon.
Sie hat dich in etwas hinein gezogen - das wolltest du gar nicht. Du riskierst dein Ansehen. Bis jetzt scheint es dich nicht zu stören. Oder aber.... du kannst nicht anders.
Wegschwimmende Felle.
Wie ein Gerber, der im Fluss seine Tierhäute wäscht. Wenn er nicht aufpasst, schwimmen ihm seine Felle weg und die Arbeit war umsonst.
Sie hat dich in etwas hinein gezogen - das wolltest du gar nicht. Du riskierst dein Ansehen. Bis jetzt scheint es dich nicht zu stören. Oder aber.... du kannst nicht anders.
Wegschwimmende Felle.
Wie ein Gerber, der im Fluss seine Tierhäute wäscht. Wenn er nicht aufpasst, schwimmen ihm seine Felle weg und die Arbeit war umsonst.
Deine Arbeit könnte auch umsonst gewesen sein. Du schienst mir immer sehr bemüht, denn Harmonie war dir wichtig. Auch wolltest du Zuwendung ohne die Gefahr der Verbindlichkeit. Geschicktes Handeln war hier erforderlich, welches du beherrschtest wie kein zweiter. Nun hast du nicht aufgepasst, nicht Obacht gegeben. Du wurdest weggerissen. Jedes Wort wurde dir direkt vom Munde geklaubt, jede Regung in eine andere Richtung wurde dir verwehrt. Dein ICH versank im Wollen der anderen.
Abgetaucht? Ich sehe dich nicht mehr. Schemenhaft eilst du an mir vorbei, versunken in mechanischem Verhalten zwecks Erledigung der Notwendigkeiten.
Seele ist fort. Einfach entfernt. Wahrscheinlich hast du das früh gelernt. Druck. Gewalt. Kargheit. Härte. Bei der Umarmung habe ich deine Härte gespürt. Jeder Muskel war angespannt. Sie sind immer angespannt. Zum Funktionieren und für den Fall der Gefahr.
Einmal habe ich gesehen, wie dir das Wort vom Munde abgebissen wurde. Du hattest gelacht. Ich war befremdet und konnte den Witz nicht sehen. Fort war das Wort.
Einmal habe ich gesehen, wie dir das Wort vom Munde abgebissen wurde. Du hattest gelacht. Ich war befremdet und konnte den Witz nicht sehen. Fort war das Wort.
Das Funktionieren bringt dir keine Sympathie. Wir schauen alle und warten. Auf das eigentliche DICH. Denn wir wollen dir die Sympathie überreichen, die wir für dich haben - wie sonst auch. Ich warte besonders. Ich habe auch noch mehr zu überreichen als die anderen. Aber wir warten umsonst. Wie mit gepackten Koffern am Bahnhof stehend. Der Zug kommt nicht.
Du fällst aus unserer Mitte und wir lassen einer nach dem anderen den gepackten Koffer am Bahnhof und gehen. Der Finder wird sich über den Inhalt sicher freuen. Nur ich stehe da noch ein Weilchen. Ein kleines nur.
Du fällst aus unserer Mitte und wir lassen einer nach dem anderen den gepackten Koffer am Bahnhof und gehen. Der Finder wird sich über den Inhalt sicher freuen. Nur ich stehe da noch ein Weilchen. Ein kleines nur.
Ich stehe da und warte auf ihre Rückkehr. Sie kann nicht ganz gegangen sein. Deine Seele.
Du eilst hin und her. Ich schaue dir nach. Wahrscheinlich bist du auf der Suche nach deiner Seele. Wonach sonst? Sie muss dir doch auch fehlen - mehr noch als mir.
Wald und Du
Ich gehe immer wieder in den Wald - durch den Wald - die Bäume werden wieder grün - das Laub vom letzten Jahr raschelt noch unter den Füßen - die kahlen Äste zeigen kleine Knospen - es werden zarte Blätter oder noch zartere Blüten. Ich gehe hindurch - immer wieder - immer weiter - ich denke an dich - ich kann dich riechen - zwischen all dem Waldgeruch, der so herrlich ist - so herrlich ist auch dein Geruch - nach dir riecht es - obwohl ich grad über die Wiesen stapfe - über das frische Gras - es ist intensivst - grün und frisch - meine Augen weiden sich an dieser Farbe. Trotzdem sehe ich dich vor mir - wie du dich bewegst - deine Bewegungen sind so fließend - unglaublich fließend - fast als würdest du tanzen. Gegen das Licht sehe ich dich - so nur als Kontur quasi - dennoch weiß ich natürlich, dass du du bist - dennoch sehe ich auf diese Weise auch noch etwas anderes von dir - also nicht nur deinen bekleideten Körper - nein, ich kann deine Seele sehen - oder dein Wesen - etwas nur - aber etwas von deinem Wesen - als würde es gegen das Licht erst zur Geltung kommen. Dein Wesen ist intensiv - es überlagert meine Eindrücke vom Wald - als wärest du hier. Ein wenig erinnerst du mich an die sich gerade öffnenden Blüten - oder aber auch an das grüne Gras - ich nehme daran teil, während ich ganz hier bei mir bin und dich beobachte. Das Band zwischen uns ist blau - hellblau - so wie eine Babymütze - eigentlich mag ich diese Farbe nicht - ich kann auch nichts dafür, dass ich es so sehe. Ich stelle mir das Band in violett vor und finde daran gleich viel mehr Gefallen - aber vielleicht nur, weil ich mit violett etwas anderes assoziiere. Was ist schlimm an hellblau? Vielleicht ist es deswegen schlimm, weil mir nicht anderes hellblaues einfällt, als Babymützen. Furchtbar. Ich gehe weiter - sehe am Horizont die weißen Wölkchen - sie verändern ihre Form jede Sekunde - immer mit dem Wind - sie sind wie das Leben - auch dieses verändert sich - ich verändere mich - du dich ja sicher auch - wie verändern uns gemeinsam - wie spannend ! Das Band verbindet uns - ich fühle es - ich freue mich - es fühlt sich so schön an. Die Tannen links und rechts - oder sind es Fichten? - dann der Laubwaldabschnitt.
Loretta - 2.Kapitel
Sie hatte nun ihre Wohnung fast vollständig aufgelöst. Vor einigen Wochen schon hatten ihre beiden erwachsenen Kinder die Sachen von sich abgeholt, die ihnen wichtig waren, an denen Erinnerungen aus der Kindheit hingen oder die sie noch brauchen konnten.
Die wertvollen Sachen aus der Wohnung, wie einige technische Geräte, ihre CD-Sammlung, kostbare Bilder und Lampen hatte Loretta verkaufen können.
Die meisten Möbel und das gesamte Geschirr hatte sie, mit Hilfe ihrer Kinder, zur Nachbarschaftshilfe gebracht.
Und schließlich hatte sie für die restlichen Sachen den Sperrmüll bestellt.
Ebenso war sie mit ihrer gesamten Kleidung verfahren. Die wertvolle Designerkleidung hatte sie an entsprechende Secondhandläden verkauft, die anderen Sachen verschenkt oder dem Roten Kreuz überlassen.
Zwei Koffer mit Dingen und Kleidung, die ihr wichtig waren, hatte sie bei ihrer besten Freundin Gisela untergestellt. Ihre Wohnung war nun frisch gestrichen und besenrein.
Loretta lag auf ihrer Isomatte im Schlafsack auf dem Boden. Eine Kerze brannte. Der Strom war schon abgestellt.
Es war eine heiße Sommernacht. Die Balkontür stand offen. Von draußen klangen Wortfetzen von Gesprächen, da viele Leute in den Gärten saßen oder ihre Fenster geöffnet hatten.
Morgen Mittag ging ihr Flug nach Tibet. Sie verließ Deutschland auf unbestimmte Zeit.
An dem ersten Morgen, nachdem sie ihren Fernseher über den Balkon geworfen und damit irgendwie einen Schlusspunkt gesetzt hatte, hatte sich Loretta erst mal krank schreiben lassen. Sie hatte nämlich äußerst miserabel geschlafen und sich gefühlt wie ein Wrack. Es war nicht schwer gewesen, den Arzt von einer beginnenden Grippe in Kombination mit Burnout und Depression zu überzeugen. Mit einem Rezept für bestimmte Kopfschmerzmittel und leichte Antidepressiva und vielen Ratschlägen hatte er sie für drei Wochen nach Hause entlassen.
In ihrer Wohnung angelangt, hatte Loretta sich nun nicht mehr mit Fernsehen ablenken können. Sie hatte sich auf die Couch gesetzt, den gekauften Salat gegessen und sich im Wohnzimmer umgesehen.
Sie hatte überlegt, alle Möbel rauszuschmeißen, zu tapezieren, die Wohnung neu einzurichten, sie hatte alte Möbelkataloge aus dem Schrank gekramt und im Internet nach witzigen Möbelstücken gesucht, die Wohnung ausgemessen und nach Teppichen und Laminat geschaut. Sie hatte auch überlegt, was sie mit den Kinderzimmern machen wollte. Arbeitszimmer, Gästezimmer, Atelier, untervermieten.....
Nach einigen Stunden war sie dann erschöpft auf die Couch gesunken und hatte den Kopf geschüttelt. Nein, irgendwie hatte das alles nicht gestimmt.
Sie wollte einfach nicht mehr so weiter machen. Und als sie sich nochmal in dem Wohnzimmer umgesehen hatte, musste sie sich eingestehen: sie wollte die Wohnung nicht renovieren. Sie wollte hier raus. Sie musste hier raus. Es war ein Gedanke, von dem sie plötzlich gewusst hatte, dass sie ihn schon öfter hatte denken wollen, sich aber nicht getraut hatte, ihn aufsteigen zu lassen, weil sie sich vor den Konsequenzen gefürchtet hatte.
Sie wollte hier raus - aus der Wohnung ausziehen. Sie hatte dann nachgespürt, wie es sich anfühlte, sich diesen Gedanken doch einmal zu erlauben.
Dummerweise hatten in dem Moment auch noch weitere, bisher unbekannte Gedanken diese plötzliche Gelegenheit wahr genommen und waren in ihr Bewusstsein geschossen. Ausziehen, alles verkaufen, hier weg gehen, woanders leben, anders leben, nie mehr zurück kehren. Sie hatte dann aber doch Angst bekommen und ihren Fernseher vermisst, mit dem sie bisher ihre Gefühle hatte in Schach halten können.
Die Überlegungen setzten sich fort; Ihre Kinder waren groß, die brauchten sie nicht mehr. Sie müssten eben finanziell für sich allein einstehen, und hätten ihre Mutter nicht mehr im Rückhalt. Aber wozu hatten sie einen Vater? Der könnte ihnen mehr Geld zukommen lassen.
Arbeit? Freunde? Würde sie etwas davon vermissen? Würde SIE jemand vermissen?
Tränen waren ihr plötzlich in die Augen geschossen bei dem Gedanken, dass es vielleicht niemand bemerken würde, wenn sie nicht mehr da wäre. Naja, doch - Gisela würde sie vermissen - und Joe bestimmt auch - das waren zwei alte Freunde. Aber sie wohnten beide weiter weg und würden es vielleicht erst nach Wochen mitbekommen, wenn Loretta auf und davon wäre.
Das Weinen hatte ganz gut getan, die vorige Spannung hatte sich gelöst. Loretta hatte sich ein Glas Rotwein eingeschenkt und einen alten Roman zur Hand genommen, um es sich mit ihrer Kuscheldecke auf der Couch gemütlich zu machen.
Ihr Wunsch, die Wohnung, die Arbeit, ihr bisheriges Leben zu verlassen, ließ im Laufe des folgenden halben Jahres in keiner Weise nach.
Sie hatte anfangs mit allen möglichen Freunden und Bekannten darüber gesprochen, damit aber nach kurzer Zeit aufgehört, da alle sie davon überzeugen wollten, dass man nicht alles aufgeben solle. Alle rieten ihr von einer grundlegenden Veränderung ab. Man müsse bewahren, was man hat.
Später würde es vielleicht keine Arbeit mehr geben, sie sei womöglich zu alt, zu lange raus oder sonst wie nicht mehr integrierbar. Außerdem müsse sie ja auch an die Rente denken - da gäbe es sonst einen Ausfall.
Ihr fiel nach diesen Gesprächen zunehmend auf, dass sie genau das nicht mehr sein wollte: integrierbar.
Da niemand sie zu verstehen schien, ging sie nach einigen Wochen zu einem Psychiater, weil sie dachte, dass mit ihr etwas Gravierendes nicht stimmen könne. Dieser Mann hörte ihr eine Stunde lang zu, rieb sich den Bart und bestellte sie zu einem weiteren Termin. Diese eine Woche lang, zwischen diesen beiden Terminen, glaubte Loretta fest, dass er sie das nächste Mal wahrscheinlich in die Irrenanstalt einliefern würde.
Der zweite Besuch brachte jedoch ein Überraschung.
Dr. Hübner, wie der Psychiater hieß, erzählte die folgende Stunde Loretta sehr strukturiert von sich selbst. Nach seinem umfangreichen Studium hatte er fünfzehn Jahre in einer Psychiatrie gearbeitet und war selbst psychisch und physisch an sein Limit gekommen. Nach diesem Burnout hatte er einfach nicht weiter gewusst und auch nicht mehr gekonnt und hatte sich entschieden, alles zu verkaufen und auf unbestimmte Zeit Deutschland - mit allen Konsequenzen - inklusive Rente und Ehefrau - zu verlassen. Dann hatte er mehrere Jahre in Tibet verbracht,
in einem Kloster gelebt, meditiert, sich sein Essen mit Gartenarbeit und Hilfstätigkeiten verdient, wie es die dort lebenden Mönche praktizierten.
Nach fast sieben Jahren hatte Dr. Hübner seine Schwester gebeten, ihm Geld zu schicken, damit er zurück nach Deutschland kehren konnte. Hier hatte er sich dann selbstständig gemacht und sich ein neues Leben aufgebaut. Ob er heute glücklicher war, ließ Dr. Hübner offen. Aber er lächelte verschmitzt, während er alles erzählte.
Er entließ Loretta mit den Worten, dass er für sie keinerlei psychiatrische Diagnose parat hätte und weiter nichts für sie tun könne.
Auf dem Nachhauseweg, den Loretta zu Fuß vornahm, um nachdenken zu können, kam sie sich sehr allein und verlassen vor. Ihr wurde klar, dass jegliche Entscheidung über ihr Leben, die sie treffen konnte, ganz allein von ihr abhing, und dass sie niemanden hatte, dem es grade genau so ging, der ihre Gefühle im Moment teilte und mit dem sie sich hätte beraten können. Sie wusste jetzt nur, dass es zumindest einen Menschen gab, dem es schon mal genau so GING wie ihr jetzt, der sich aber mittlerweile schon wieder in einer anderen Lebensphase befand. Sie war sich natürlich auch nicht sicher, ob sie nun genau so mit ihrem eigenen Leben verfahren wollte, wie Dr. Hübner damals für sich entschieden hatte.
Sie könnte ja eben auch einfach die Wohnung renovieren oder umziehen, ihren Job wechseln. Zur Not konnte sie auch noch in eine andere Stadt ziehen, wenn das denn helfen würde, ihr Wohlbefinden wieder herzustellen oder überhaupt erst einmal zu finden. Nach Tibet auszuwandern schien ihr jetzt für sich selbst sehr weit hergeholt.
Aber es sollte eben doch anders kommen.
Fehmarn zwischen den Jahren
Das Meer erscheint im Kleid des Windes
Der Sturm peitscht über Gras und Sand
Die Brücke stellt die Bindung dar
zwischen Insel und dem festen Land.
Ihr Bogen öffnet sich zum geist'gen Reich
als Tor in die geheime Anderswelt
geschwungen breit vom Hier ins Da
sich schemenhaft gen Himmel stellt.
Im Schutz der winterlichen Dunkelheit
fliegen sie über den Fehmarnsund
auch hier auf der Insel, die nächtlichen Geister
tun sie die Raunächte kund.
Die Geister schleppen, hebeln, rasseln,
und wollen Leben an sich ziehn
sie klötern, rascheln, heulen, huschen
Sind bucklig, hässlich, wunderschön.
Wer sie erblickt und Angst empfindet
den fassen sie und fangen
wird im ew'gen Zwischenreich verbündet
und nimmermehr zurückgelangen.
Wer Wäsche trocknet in der Zeit
dem fahren sie ins Kleidungsstück
wer es trägt wird mitgenommen
auch für den gibt's kein Zurück.
Die Insel ist nun ganz durchzogen
Die Raunacht Fehrmarn ganz befällt
erst am sechsten Tag im neuen Jahr
schließt sich das Tor zur Geisterwelt.
Abonnieren
Posts (Atom)


